Unser Schulhund Momo

Liebe Freunde der Carl-Orff-Mittelschule,

ab dem Schuljahr 2017/2018 haben wir einen neuen Schulhund. Er begleitet Lehrkraft Frau Daniela Mirter regelmäßig in den Unterricht.

Steckbrief

Name:

Momo

Geschlecht:

Weibchen

Geboren:

21. Oktober 2016

Herkunft:

bei Ingolstadt (Bauernhof)

Rasse:

Labrador-Rauhbart-Mix

Ausbildung:

wöchentlicher Besuch in der Hundeschule seit Februar, Schulhundeausbildung mit Zertifikat (Juni 2017)

Hauptberuf:

Kinder glücklich machen

Nebentätigkeiten:

motivieren, Klassenzusammenhalt stärken, zuhören, kuscheln, trösten, Ruhe schaffen,

Charakter:

kinderlieb, ruhig, gehorsam, freundlich, entspannt, aufgeschlossen, sanft, ausgeglichen, menschenbezogen, verträglich mit anderen Tieren

Hier halte ich mich auf:

im Klassenzimmer, Lehrerzimmer auf der Decke,

Frauchen:

Daniela Mirter

Gesundheitszustand:

regelmäßige Entwurmung und Impfungen, jährlicher Gesundheitscheck beim Tierarzt, tägliche Untersuchung nach Parasiten

Versicherung:

Hundehaftpflichtversicherung bei Barmenia

Allgemeine Informationen

Schulhunde werden in Deutschland, Österreich und der Schweiz bereits mit Erfolg eingesetzt. Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass Kinder in Anwesenheit eines Hundes konzentrierter und motivierter lernen.

1. Was ist hundegestützte Pädagogik?

Die positive Wirkung von Tieren wird schon längere Zeit in verschiedenen Therapien genutzt. Werden die Tiere im psychologischen oder medizinischen Bereich eingesetzt, spricht man von tiergestützten Therapien. Man denke dabei zum Beispiel an Hippotherapie, in der Pferde unter anderem für MS-Patienten eingesetzt werden, an Schwimmen mit Delfinen oder auch an Besuchen von verschiedenen Tieren in Alters- und Pflegeheimen. Therapiehunde werden in Behinderteneinrichtungen und Heimen eingesetzt, wo sie zum Beispiel in der Ergotherapie als besondere Motivation für die Patienten einbezogen werden. Werden Tiere im Rahmen von Pädagogik eingesetzt, spricht man von tiergestützter Pädagogik. Als Beispiel lässt sich das Heilpädagogische Reiten nennen. Werden in der Schule Hunde miteinbezogen, dann handelt es sich um hundegestützte Pädagogik.

2. Was können Kinder dabei lernen?

Schon die Anwesenheit eines Hundes in einem Raum wirkt motivierend und entspannend. Entspannung und Ruhe sind wichtige Grundlagen um gut zu lernen. Hundegestützte Pädagogik fördert Konzentration und Ausdauer sowie die Bereitschaft, Bedürfnisse anderer zu erkennen und zu akzeptieren. Kinder lernen Verantwortungsbewusstsein, werden empathischer und sozial kompetenter. Der Hund bietet dem Kind zudem die Möglichkeit, einmal die Führung zu übernehmen und positiv im Vordergrund zu stehen. Dies kann ein sehr wohltuendes Erlebnis sein und steigert das Selbstwertgefühl der Kinder.

Hundegestützte Pädagogik ist sinnvoll, wenn es darum geht…

  • mehr Selbstvertrauen zu erlangen
  • Impulsivität zu kontrollieren
  • Regeln und Grenzen akzeptieren zu lernen
  • mit anderen besser zurecht zu kommen
  • Verantwortung für sich und andere zu übernehmen

3. Warum Hunde in der Schule?

Ganz oft sind Kinder unsicher im Umgang mit Hunden und entwickeln Ängste vor großen, freilaufenden Hunden. In solchen Fällen kann über einen Schulhund / Klassenhund oder Schulbesuchshund eine Beziehung aufgebaut werden, Kommunikation gefördert und empathisches Miteinander gelernt und erlebt werden. Auch ängstliche Kinder können durch das ruhige und unaufdringliche Verhalten eines Schulhundes langsam Kontakt herstellen und positive Erfahrungen sammeln. Hunde als Rudelwesen bieten Kindern echte Kommunikation an. Sie nehmen Menschen wie sie sind, ohne Urteil aufgrund der äußeren Erscheinung. Deshalb gehen die meisten Kinder auf einen Hund viel schneller zu, als auf einen unbekannten Menschen. Das genaue Beobachten von Mimik und Körpersprache im Umgang mit dem Schulhund lässt sich auch auf Mitmenschen übertragen. Das Selbstwertgefühl der Kinder steigert sich durch die Zuwendung des Hundes und sein Befolgen von Befehlen.

Hunde reagieren auf rücksichtsloses Verhalten mit Rückzug, wenden sich aber, wenn das Verhalten verändert wird, wieder dem Kind zu. Dadurch lernen die Kinder Rücksichtnahme gegenüber dem Hund und übertragen es auf ihre Mitschüler.

Wenn ein Hund am Schulalltag teilnimmt, haben auch Kinder, welche zu Hause keinen Umgang mit Haustieren haben, die Chance zu lernen, welche Bedürfnisse ein Haustier mit sich bringt.

In Studien zeigte sich weiter noch, dass die regelmäßige Anwesenheit eines Hundes im Klassenverband (freie Interaktion), erstaunliche Veränderungen bewirkt: Kinder gehen lieber zur Schule, Außenseiter werden aus der Isolation geholt,  Auffälligkeiten reduzieren sich, positive Sozialkontakte werden gefördert, es herrschte ein anderer Umgang mit Aggression, mehr Frustrationstoleranz und Kritikfähigkeit bei den Kindern, hilft beim Lernen, gibt mehr Selbstwertgefühl, fördert die Lebensfreude usw.

Durch gelenkte Interaktion im Klassenverband, in der Kleingruppe oder in Einzelarbeit können Probleme in den Bereichen Wahrnehmung, Emotionalität, Sozialverhalten, Lern- und Arbeitsverhalten und Motorik aufgearbeitet werden, da der Hund als Katalysator wirkt.

4. Die Hygiene

  • Hygiene des Hundes: Der Hund wird regelmäßig geimpft und entwurmt. Der Hund soll nur gesund und sauber in die Schule gebracht werden. Der Hund wird regelmäßig dem Tierarzt vorgestellt.
  • Hygiene der Menschen: Die Schüler und Lehrpersonen, die mit dem Hund in Kontakt sind, sollen ihre Hände regelmäßig mit Seife reinigen.
  • Hygiene des Raumes: Etwaige Verschmutzungen durch den Hund werden sofort sauber gereinigt.

5. Regeln für den Umgang mit dem Hund

  1. Regeln für den Hund und die „Hundepädagogin“ 
  • Der Hund läuft nie unkontrolliert im Schulhaus oder auf dem Schulgelände herum, sondern ist außerhalb des Schulzimmers grundsätzlich angeleint.
  • Kein Kind wird genötigt, Kontakt mit dem Hund aufzunehmen. Es liegt immer im freien Willen des Kindes, ob es Kontakt mit dem Hund aufnehmen möchte.
  • Kinder mit Angst werden ganz behutsam an die Begegnung mit dem Hund herangeführt.
  • Der Hund bleibt nie allein ohne Begleitlehrerin in der Klasse.
  • Die Hygienebestimmungen sind unbedingt einhalten.
  • Die „Hundepädagogin“ verpflichtet sich Weiterbildungen wahrzunehmen.
  • Kinder mit bekannten Allergien werden besonders beobachtet und unter Umständen vom Hund ferngehalten. Erfahrungswerte aus den Schulen mit langjähriger Praxis mit Schulhunden ergeben, dass es bisher in keinem Fall zu bedrohlichen allergischen Reaktionen kam und sich im Gegenteil erwies, dass selbst dort, wo eine bekannte Tierallergie vorlag, bei Einhaltung der Regeln, keine allergischen Reaktionen festgestellt werden konnten.
  1. Regeln für die Schüler im Umgang mit dem Schulhund 

So gehen wir mit unserem Schulhund Momo um

  • Bevor Momo in unsere Klasse kommt, räumen wir auf, damit sie keine gefährlichen Dinge finden und fressen kann.
  • Im Klassenzimmer wünscht sich Momo einen festen Platz mit seiner Decke und dem Wassernapf.
  • Wir achten auf ihre Hundesprache, wenn Momo bei uns ist:
    Wenn sie schmatzt oder sich das Maul leckt, meint er: „Ich mag das nicht. Ich fühle mich unwohl.“
  • Wenn Momo sich auf den Rücken legt, möchte sie nur von einem Kind gestreichelt werden.
  • Wenn Momo schläft, erschrecken wir sie nicht.
  • Wir füttern Momo nicht. Nur Frau Mirter darf uns Leckerchen für Momo geben.
  • Wenn wir Momo zur Belohnung ein Leckerchen geben, heben wir vorher den Finger, sagen „Sitz!“, warten, bis Momo sich gesetzt hat und geben ihr erst dann ganz ruhig das Leckerchen.
  • Momo hat empfindliche Ohren. Lautes Sprechen und Schreien vermeiden wir deshalb.
  • Wir rufen Momo nicht. Momo entscheidet allein, zu welchem Kind sie gehen möchte.
  • Wir rennen nicht herum, Momo könnte das als Spiel verstehen und uns hinterherjagen und vielleicht nach uns schnappen.
  • Wir ziehen Momo nicht an den Ohren oder am Schwanz und tun ihr nicht weh.
  • Wenn Momo etwas im Maul hat, das uns gehört, sagen wir „Aus!“. Wir nehmen ihr den Gegenstand aber nicht weg, sondern warten bis Frau Mirter kommt. Nur Frau Mirter darf Momo ins Maul fassen.

6. Allergien 

Allergische Reaktionen können durch Tierhaare, Speichelbestandteile, Hautschuppen oder Urinbestandteile ausgelöst werden. Dabei lösen Nagetiere und Katzen wesentlich häufiger Allergien aus als Hunde!

In vielen Langzeitstudien ist nachzulesen, dass der frühe Umgang mit Tieren Kinder sogar vor einem erhöhten Allergierisiko schützen kann.

Es zeigt sich, dass bei Schülern, die angeblich allergisch auf Hunde reagieren, häufig kaum Reaktionen festzustellen sind. Denn Menschen reagieren nicht allgemein auf Hunde allergisch, sondern nur auf spezielle Hunde!

Nach Erfahrungen, auch in anderen Schulen und Therapiekliniken, in denen Hunde eingesetzt werden, reicht es schon, wenn die Schüler keinen direkten Körperkontakt mit dem Hund aufnehmen, oder man bei „Heuschnupfen-Kindern“ in der Phase der höchsten Belastung (Pollenflug) die Hunde vorübergehend nicht mit in die Klasse nimmt.

(Quelle: www.1a-teamwork.de/schulhunde.html)

Ein Schulhund ist…

STRES

S

FRESSER

GESPRÄ

C

HSPARTNER

WOHLFÜ

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TMACHER

AGGRESSIONS

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EMMER

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L

ENTRÖSTER

STIMMUNGSA

U

FHELLER

SPIELPART

N

ER

TROSTSPEN

D

ER

vor allem aber ein Freund.


Eselgestützte Pädagogik